Grundlegende Philosophie

Gesichte der Hare-Krishna-Bewegung

Die Veden lehren uns, dass unsere wirkliche Identität spirituell ist. Alle Lebewesen in dieser Welt sind Seelen, die sich mit den von ihnen bewohnten Körpern identifizieren. Obwohl wir Seelen im Gegensatz zur Unbegrenztheit Gottes winzig sind, teilen wir Sein ewiges Wesen voller Glückseligkeit und Wissen.   Obwohl wir zusammen mit Gott, Krishna, in die spirituelle Welt gehören, müssen wir in der materiellen Welt verharren, bis unsere reine Liebe zu Ihm erwacht und wir jeden Wunsch verlieren, getrennt von Ihm zu genießen.   Das materielle Leben hat seine Fallen. Sinnlicher Genuss ist zeitweilig und flüchtig.  
  • Wir leiden unter Alter, Krankheit und müssen schließlich sterben.
  • Die Reaktionen auf unsere Handlungen oder Karma zwingen uns, immer wieder in verschiedenen Lebensformen geboren zu werden.
  • Erleuchtung bedeutet, mit einer erleuchteten Seele oder einem Guru in Kontakt zu kommen, der uns zeigen kann, wie wir unser Bewusstsein reinigen und unsere dienende, liebende Haltung gegenüber Gott wiederherstellen können. Im gegenwärtigen Zeitalter ist das Chanten der heiligen Namen Gottes, des Hare Krishna Mantra, in der Gemeinschaft Gleichgesinnter, spirituell Suchender oder Geweihter Krishnas die leichteste Methode der Reinigung.
Grundlegende Lehren
Schon zu Beginn der Schöpfung sprach Krishna das Wissen der Veden, welches die Seelen auf der Reise des Lebens und schließlich zurück in ihr spirituelles Heim leitet. Von Zeit zu Zeit wird dieses Wissen verwässert oder ändert sich. Um es wieder zu beleben, kam Krishna vor 5.000 Jahren in diese Welt und sprach die Bhagavad-gita zu Seinem Freund Arjuna. Die Gita enthält detaillierte Lehren über die höchste unbegrenzte Seele (Gott), die begrenzten Seelen, Karma (Arbeit in dieser Welt), die Zeit und die Schöpfung. Nachdem Krishna diese Welt verlassen hatte, stellte Vyasadeva das Srimad Bhagavatam aus der überlieferten mündlichen Tradition, die in Krishna ihren Anfang nimmt, zusammen. Das Srimad Bhagavatam ist eine Abhandlung aus 18.000 Versen, die die Wissenschaft von Gott in allen Einzelheiten erklärt.   Krishna kam vor fünfhundert Jahren als Sri Caitanya Mahaprabhu wieder, diesmal in Gestalt Seines eigenen Geweihten. Er lehrte, die leichteste Methode zu Gott zurückzukehren bestehe im Chanten Seines Heiligen Namens, insbesondere im Chanten des maha-mantra: Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare. In Seinem eigenen Leben führte Sri Krishna Caitanya vor, wie ein Krishna-Geweihter in dieser Welt lebt und den Zugang zur nächsten findet.   Die Bhagavad-gita, das Srimad-Bhagavatam und die Lehren Sri Caitanya Mahaprabhus bilden den Kern der Bhakti-Lehren, deren Essenz es ist, in unsere Beziehung zu Gott zurückzukehren und ewig mit Ihm zu leben
Gesichte der Bhakti-Tradition
Vedisches Wissen wird sorgfältig in spirituellen Linien, sampradayas, vom Guru zum Lehrer niedergereicht. Seit Jahrtausenden schon schützen Indiens sampradayas die tiefe Spiritualität ihrer Traditionen. Wenn spirituelles Wissen nicht aus einem autorisierten sampradaya stammt, kann es keinen echten spirituellen Nutzen bringen.   Die Hare Krishna-Bewegung hält sich streng an das sampradaya-System. Srila Prabhupada, der Gründer der Bewegung, war spiritueller Meister im Brahma-Madhva-Gaudiya-sampradaya, welcher mit Krishna beginnt und Seine jüngste Herabkunft, Caitanya Mahaprabhu, miteinbezieht.   Diese Linie heißt Brahma sampradaya, weil Krishna Selbst zu Beginn der Schöpfung den wissensbegierigen Brahma, das erste geschaffene Wesen, erleuchtete. Später wurde sie durch den bedeutenden Lehrer Madhva (1238-1319 n.Chr.) als Brahma-Madhva-sampradaya bekannt.   Dann, als Sri Caitanya (1486-1534) dazukam, der im Gauda-Gebiet (Bengalen) erschien und die Tradition mit neuen Impulsen inspirierte, wurde sie als Brahma-Madhva-Gaudiya-sampradayabekannt.   Die Mitglieder der sampradaya bis hin zu Srila Prabhupada, dem Gründer und spirituellen Lehrer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, sind unten aufgezählt:
  1. Sri Krishna
  2. Brahma
  3. Narada
  4. Vyasa
  5. Madhva
  6. Padmanabha
  7. Narahari
  8. Madhava
  9. Akshobhya
  10. 10.  Jaya Tirtha
  11. 11.  Jnana-sindhu
  12. 12.  Daya-nidhi
  13. 13.  Vidya-nidhi
  14. 14.  Rajendra
  15. 15.  Jayadharma
  16. 16.  Purushottama
  17. 17.  Bramanya Tirtha
  18. 18.  Vyasa Tirtha
  19. 19.  Lakshmipati
  20. 20.  Madhavendra Puri
  21. 21.  Ishvara Puri (Nityananda, Advaita)
  22. 22.  Sri Caitanya
  23. 23.  Rupa
  24. 24.  Raghunatha, Jiva
  25. 25.  Krishnadasa
  26. 26.  Narottama
  27. 27.  Vishwanatha
  28. 28.  (Baladeva) Jagannatha
  29. 29.  Bhaktivinoda
  30. 30.  Gaurakishora
  31. 31.  Bhaktisiddhanta Sarasvati
  32. 32.  A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada
Geschichte der Hare Krishna-Bewegung
Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON), im Westen gewöhnlich als Hare Krishna-Bewegung bekannt, ist Teil einer Tradition, die sich bis hin zu Sri Krishna zurückverfolgen lässt. ISKCON wurde 1966 von His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (1896-1977) in New York gegründet. Sein spiritueller Lehrer, Bhaktisiddhanta Saraswati Thakur, bat ihn, die Englisch sprechende Welt Bhakti zu lehren.
  • 1965 ging Srila Prabhupada im Alter von 69 Jahren in Boston (USA) an Land. 1966 lebte er bereits in New York City und hatte eine Anhängerschaft um sich versammelt.
  • Von 1966 bis 1968 wurden Tempel in New York, Los Angeles, San Francisco, Seattle, Montreal und Santa Fe gegründet. Das erste Ratha Yatra außerhalb Indiens fand in San Francisco statt. Damit begann eine jährliche ISKCON-Tradition in mehr als 20 größeren Städten auf der ganzen Welt.
  • Von 1971 bis 1973 entstanden Tempel in Europa, Kanada, Südamerika, Mexiko, London, Afrika und Indien.
  • 1970 wurde die Governing Body Commission gegründet, ISKCONs internationaler Vorstand, der die Gesellschaft, die inzwischen fast einhundert Tempel, Schulen, Restaurants und Bauernhöfe umfasste, leiten sollte.
  • Von 1970 bis 1977 baute ISKCON größere Zentren an den Pilgerorten Mayapur und Vrindavana, Indien, und einen großen Tempel in Bombay.
  • 1972 gründete Srila Prabhupada den Verlag Bhaktivedanta Book Trust (BBT), inzwischen das weltweit größte Verlagshaus mit dem Thema Bhakti Yoga.
  • 1973 wurde das Bhaktivedanta-Institut gegründet, um Bücher und Magazine zu veröffentlichen und Konferenzen abzuhalten, die die Lehren der Veden wissenschaftlich darstellen sollten.
  • Von 1974 bis in die Gegenwart hat ISKCON Food for Life in Dutzenden von Städten weltweit Nahrungsmittelhilfen verteilt.
  • Im November 1977 verließ Srila Prabhupada diese Welt. ISKCON hatte 108 Tempel und mehr als 10.000 Anhänger.
  • 1989, als Glasnost in der Sowjetunion den Verfolgungen ein Ende setzte, entstieg die Hare Krishna-Bewegung dort dem Untergrund.
  • 1991 waren bereits mehr als eine Million Exemplare von Srila Prabhupadas Bhagavad-gita Wie Sie Ist in der früheren Sowjetunion verkauft worden.
  • In den frühen Neunziger Jahren startete man www.Krishna.com, www.ISKCON.com und andere Hare Krishna-Webseiten.
  • Heute hat die ISKCON etwa 400 Zentren weltweit mit Zehntausenden von Anhängern aus allen Lebensbereichen.